Rheinische Post vom 02.09.2021
Text: Anke Backhaus
Foto: Jürgen Laaser
Wassenberg Im Vorfeld der Bundestagswahl hatten die Schülerinnen und Schüler der Betty-Reis-Gesamtschule zur Podiumsdiskussion eingeladen. Diskutiert wurde über Teilhabe der Jugend und die Wichtigkeit der EU.
„Die meisten von uns stehen am 26. September, wenn die Bundestagswahl stattfindet, zum ersten Mal an der Urne. Darum ist es wichtig, sich mit der Politik auseinanderzusetzen“, sagte Felix Niemann. Er ist Schüler der Jahrgangsstufe 13 der Betty-Reis-Gesamtschule in Wassenberg. Nicht nur er selbst, alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 12 und 13 hatten nun im Forum der Schule einen wichtigen Termin, denn auf dem Plan stand die Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl.
Nicht zum ersten Mal waren Politikerinnen und Politiker im Vorfeld einer Wahl in der Betty-Reis-Gesamtschule zu Gast. Die politische Bildung spielt in der Schule eine wichtige Rolle, so war es auch jetzt wieder an der Zeit, sich im Unterricht mit den verschiedenen Parteien und ihren Zielen sowie auch mit den Kandidaten, die am 26. September zur Wahl stehen, auseinanderzusetzen.
Ein Thema, mit dem sich die Schüler beschäftigt hatten, war eines, das derzeit aktuell auch die Wassenberger Kommunalpolitik stark interessiert. Im Fachausschuss ging es vor der Sommerpause um die Frage, wie man Kinder und Jugendliche und letztlich auch junge Erwachsene dafür gewinnt, sich politisch zu engagieren und wie man junge Menschen ins politische Geschehen einbinden kann. Dazu war in Wassenberg der Landschaftsverband Rheinland zu Gast und hatte über verschiedene Konzepte gesprochen, über die der Rat der Stadt Wassenberg demnächst weiter debattieren und auch entscheiden wird. So fragten die Schülerinnen und Schüler direkt bei den Politikern nach, wie sie gedenken, das Interesse der Jugend zu wecken.
Übereinstimmend waren sich CDU, SPD, die Grünen, FDP, die Linken und die AfD in der Tatsache, dass junge Leute eine Rolle spielen müssen, gehe es doch auch um ihre eigene Zukunft, die die jungen Menschen mitgestalten sollen. Norbert Spinrath, der Bundestagskandidat der SPD, erklärte dazu, junge Menschen seien viel politischer als vielfach behauptet werde, das stimme ihn zufrieden. „Junge Menschen müssen selbst diskutieren, was sie möchten“, sagte er weiter und sprach das Jugendparlament an, das die SPD-Kreistagsfraktion fordert. Wilfried Oellers (CDU), der seit 2013 für den Kreis Heinsberg im Bundestag vertreten ist, machte unterdessen auf die Jugendorganisationen der Parteien aufmerksam.
Den Bogen schlugen die Jugendlichen dann zur Europäischen Union – sie fragten nach, ob auch junge Menschen dort gehört werden. Der einzige Kandidat, der die EU kategorisch ablehnte, war Jürgen Spenrath für die AfD, der die EU als bürgerfern bezeichnete und sagte: „Da wird viel Geld versenkt“.
Für die Grünen erinnerte Anne Gebler-Walkenbach an für Schüler interessante Programme wie Erasmus, „wo junge Menschen Europa erfahren können“. Auch Wilfried Oellers machte deutlich: „Wir leben mit offenen Grenzen und einer einheitlichen Währung. Wem das nicht klar ist und wer als junger Mensch von seinem Wahlrecht nicht Gebrauch macht, dem passiert das, was in Großbritannien passiert ist.“ Jürgen Koch (Linke) brach eine Lanze für die EU, indem er auf weit mehr als 70 Jahren Frieden aufmerksam machte.
Zu den weiteren Themen, die die Jugendlichen mit den Politikern während der Podiumsdiskussion im Forum der Schule diskutiert hatten, zählte vor allem die Klimapolitik, auch die Coronakrise und die Flut, mit der auch Teile der Stadt Wassenberg beschäftigt waren.