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Nach 15 Jahren : Der Bahnhof Geilenkirchen ist endlich, endlich barrierefrei

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    Nach 15 Jahren : Der Bahnhof Geilenkirchen ist endlich, endlich barrierefrei

    Allgemein | 4. Februar, 2022 | 0

    Heinsberger Zeitung vom 03.02.2022

    Text und Bild: Udo Stüsser

    GEILENKIRCHEN 15 Jahre lang hat der Geilenkirchener Behindertenbeauftragte Heinz Pütz für einen barrierefreien Bahnhof gekämpft. Jetzt fehlt nur noch eine Sitzbank – dann ist es endlich soweit.

    Wenn der Kölner den Bahnhof seiner Heimatstadt verlässt, fällt sein Blick unweigerlich auf den Dom, und er weiß „Hier bin ich zu Hause“. Ein solches Gefühl der Identifikation beschleicht den Geilenkirchener, wenn er durch den Bahnhoftunnel geht oder die Treppenaufgänge zu den Bahnsteigen nutzt: Atmos 4 aus Offenbach, die als älteste Graffiti-Agentur Deutschlands seit über 20 Jahren Fassaden, Innenräume und Objekte gestaltet, hat hier auf 300 Quadratmetern ein Stück Heimatgeschichte festgehalten.

    Denkt man an Geilenkirchen, so verbindet man sicherlich die Awacs-Flugzeuge mit der Stadt. Ein solches Frühwarnflugzeug findet der Reisende ebenso wie die Haihover Juffer, Schloss Leerodt und Burg Trips an den bis dahin kahlen und oft verschmutzten Wänden. Kurze Schlagworte spiegeln ein kleines Stück Stadtgeschichte wider. So erfährt der Betrachter, dass Geilenkirchen im Jahre 1170 erstmals urkundlich nachgewiesen wurde und Burg Trips seit dem 14. Jahrhundert Stammsitz der Familie Berghe von Trips ist.

    Doch die illustre Gruppe, die sich jetzt im altehrwürdigen Bahnhofsgebäude traf, war nicht allein der Kunst willen dort eingetroffen. Fraktionsvorsitzende der im Stadtrat vertretenen Parteien wollten sich bei diesem Termin mit Bürgermeisterin Daniela Ritzerfeld und Peter Grein, Leiter des Bahnhofsmanagements, nicht nur von der verbesserten Optik des Bahnhofs überzeugen, sondern auch von der Barrierefreiheit, die inzwischen durch zwei Aufzüge zu den Gleisen erreicht werden konnte.

    Vor einigen Monaten noch hatten sich die Fraktionen im Geilenkirchener Stadtrat in einer gemeinsamen Aktion mit dem städtischen Behindertenbeauftragten Heinz Pütz, der Stadtverwaltung mit Bürgermeisterin Daniela Ritzerfeld an der Spitze und dem Behindertenbeauftragten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wilfried Oellers, für eine Beschleunigung der Arbeiten zur Herstellung der Barrierefreiheit eingesetzt. Die erforderlichen Arbeiten wurden dann im Anschluss zügig und erfolgreich von der Deutschen Bahn umgesetzt.

    Heinz Pütz erklärte, die erste Idee für einen barrierefreien Ausbau des Bahnhofes sei bei ihm bereits im Jahre 2007 gekommen. Doch der Geilenkirchener Behindertenbeauftragte hatte nie so richtig Gehör gefunden, auch nicht, als im Rahmen eines Sonderprogramms 107 Bahnhöfe ausgebaut werden sollten. Geilenkirchen war damals nicht dabei.

    Der Durchbruch kam mit der Einführung des RXX. Für den Einsatz dieser modernen Züge mussten alle Bahnsteige angepasst werden. Wenn man nun die Geilenkirchener Bahnsteige umbauen musste, sollten sie bei dieser Gelegenheit auch barrierefrei werden. Doch bis zum endgültigen Ausbau durch die Bahn war es ein harter und sehr steiniger Weg.

    un, nach Jahren der Planungen und Diskussionen, war Heinz Pütz auch recht zufrieden. Nur eine Kleinigkeit fehlte ihm noch: eine Bank als Sitzgelegenheit auf Bahnsteig zwei. Nun, nachdem hier mehrere Millionen Euro investiert worden waren – so genau konnte das weder Peter Grein noch ein Bahnsprecher beziffern –, konnte der Bahnhofsmanager diesem vorerst letzten Wunsch schnell entsprechen.

    In den knappen Begrüßungsworten dankte Ritzerfeld besonders Grein und Oellers für ihren Einsatz um den barrierefreien Ausbau des Geilenkirchener Bahnhofes.

    Dieses Lob konnte alleine nicht so im Raum stehen bleiben: Heinz Pütz nämlich hatte rein subjektiv, wie er betonte, in all den Jahren die Unterstützung der CDU-Landtagsabgeordneten vermisst. Das machte er deutlich klar. Diese Kritik wollte CDU-Fraktionschef Manfred Schumacher so nicht hinnehmen und mahnte zur Vorsicht: „Die Leute, die man heute beschimpft, braucht man vielleicht morgen noch einmal.“ Grünen-Fraktionschef Jürgen Benden machte deutlich, dass sich nicht nur der CDU-Bundestagsabgeordnete Oellers für den Ausbau des Geilenkirchener Bahnhofes stark gemacht habe, auch die grüne Europaparlamentarierin Katrin Langensiepen sei vor Ort gewesen und habe sich für Geilenkirchen eingesetzt.

    Nachdem Daniela Ritzerfeld festgestellt hatte, dass letztendlich der Erfolg viele Väter hat, erklärte Grein, warum die Arbeiten oft ins Stocken gekommen waren und die beiden Aufzüge nicht fristgerecht installiert worden seien: Allein auf der Strecke Aachen – Mönchengladbach seien acht Bahnhöfe ausgebaut worden, während die Züge weiter rollen mussten.

    Als Trostpflaster hatte der Gangelter Grein dafür gesorgt, dass 25.000 Euro Fördermittel zur Verschönerung „seinem“ Bahnhof zugute kommen. So weiß auch er als Bahnreisender künftig: „Ich bin zu Hause.“

    No tags.

    Wilfried Oellers MdB

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